Auszug aus dem Mitteilungsblatt Nr. 289 vom 03. Juli 2015

Neues aus der Arbeit der Bürgerinitiative-Trassenstopp-Rennertshofen

Uns beschäftigte in den vergangenen Wochen Mehreres:

26.000 – schaffen wir das wohl?

Letztes Jahr wurden 26.000 Stellungnahmen zum Netzentwicklungsplan abgegeben. Dieses Ziel sollte auf jeden Fall erreicht werden, um glaubhaft zu sein. Am 14. Mai, einen Tag vor Ende der Frist war auf Twitter von der Bundesnetzagentur zu lesen, dass bislang 20.000 Schreiben eingegangen sind, aber wegen des Poststreiks noch nicht alle Briefe registriert sind. Unsere Bürgerinitiative hat diesmal 1.520 Einwände – um einige hundert mehr als letztes Mal – verschickt. Ich denke, wir sind auf einem guten Wege, die 26.000 zu toppen! An dieser Stelle vielen Dank an die zahlreichen Unterstützer!

Stellungnahme von Frau Aigner

Aktuell ist die Stellungnahme von Frau Aigner in aller Munde. Es handelt sich um ein Schreiben an die Bundesnetzagentur, ebenfalls zum Netzentwicklungsplan. Die Trasse, die nach Hessen und Baden-Württemberg verlegt werden soll (der Südlink), hat mit der Trasse Süd-Ost, von der wir betroffen sind, nichts zu tun. Die entsprechenden Ministerpräsidenten sind jedoch von dem Vorschlag nicht begeistert. Die umstrittene Stromtrasse Süd-Ost soll nun evtl. in Ingolstadt oder Landshut enden. Es werden teilweise Erdverkabelungen und niedrigere Masten vorgeschlagen, welche jedoch nichts an der Tatsache ändern, dass zum Großteil Braunkohlestrom verteilt werden soll, was gegensätzlich zu den Klimazielen steht. Ebenso dienen diese Leitungen dem europäischen Stromhandel, was bei dem Infotag der Bundesnetzagentur am 21. April in München deutlich wurde. Man kann es auch auf der Homepage zum Netzausbau unter „Europa“ nachlesen (http://www.netzausbau.de/cln_1411/DE/Wissenswertes/Europa/Europa-node.html). Die bisherigen Endpunkte Bad Lauchstädt und Meitingen stehen im Bundesbedarfsplangesetz. Zu einer Verlegung der Trasse ist eine Gesetzesänderung nötig.

Die Arbeit der Bürger-Energie-Genossenschaft

Am 15. Juni hatten wir die beiden Vorstände der Bürger-Energie-Genossenschaft Neuburg-Schrobenhausen-Aichach (BEG) Peter Mießl und Manfred Rößle ins Feuerwehrhaus nach Treidelheim eingeladen, um etwas über ihre Arbeit zu erfahren. Peter Mießl begann mit einer Parallele: „So wie Ihr Stromtrassengegner vom reinen Nein-Sagen zum „Ja zur Energiewende!“ gelangt seid, bin ich damals, müde von vielen Anti-Atomkraft-Demos zu der Frage gelangt, was ich tun kann, um vor Ort etwas zu verändern und die Atomkraft überflüssig zu machen“. Aus diesem Geist „für etwas“ entstand mit vielen anderen zusammen u.a. der Verein „Energie Effizient Einsetzen“ in unserem Landkreis, der viele Veranstaltungen, kostenlose Bürgerenergieberatungen durchführt und auch Energiesparmessen in unserem Landkreis organisiert. Aus dieser Arbeit entstand im Juli 2013 die BEG. Sie möchte jedem Bürger ermöglichen, erneuerbare Energien zu fördern und in diese zu investieren. Das Ziel ist es, dass die BEG von der breiten Bevölkerung getragen wird und die Bürger auf diesem Weg direkt an der Energieversorgung teilhaben können. Die BEG hat zunächst kleinere Projekte im Solarbereich verwirklicht, und wird sich nun, mit zunehmendem Stammkapital, auch größeren Aufgaben widmen. Es sollen alle erneuerbaren Energien gefördert werden. Ein weiteres Ziel wäre es, regionalen Ökostrom selbst zu vermarkten. Für die Anwesenden war es ein sehr interessanter Abend. Viele hatten von der Genossenschaft bisher kaum etwas gehört. Umso überraschender war es zu hören, dass man das Rad (die Bürger-Energiewende) nicht selbst neu erfinden müsse, sondern dass es auch in unserem Landkreis schon sehr viel Wissen dazu gibt und man auf diesen fahrenden Zug nur aufspringen muss, um gleichzeitig die überflüssigen HGÜ-Leitungen noch überflüssiger zu machen!

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