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Auszug aus dem Mitteilungsblatt Nr. 305 vom 30. Juni 2017

Blühende Ackerränder und ausreichende Feldrandhygiene

Imkerverein - Blühflächen

Weiterentwicklungen in der Landtechnik, der Pflanzenzüchtung und des Pflanzenschutzes, aber auch der Klimawandel und die notwendig gewordene Energiewende veränderten in den letzten Jahren und Jahrzehnten das Gesicht unserer Kulturlandschaft. Aus den einst unterschiedlich blühenden Feldrainen wurden oft artenarme und zugleich nährstoffreiche Streifen mit viel weniger Pflanzen und Tieren. In diesen Rainen entlang der Gräben, Feldwege und Hecken wachsen eine Vielzahl an Kräutern und Gräsern, dort leben Käfer, Hummeln, Schmetterlinge, Wildbienen und verschiedene Vögel. Sie haben sich im Laufe der Jahrhunderte an diese Randlinien gewöhnt und sich gut an eine jährliche Mahd oder Beweidung angepasst.

 

In diesen Rainen und Ranken waren der kleine Heufalter, das Schachbrettspiel oder das Tagpfauenauge leicht zu beobachten; dort hatte die Acker- oder Erdhummel ihr Erdnest, an den Stengeln vom letzten Jahr bauten Feldwespen kleine Tellerwaben für die Brut, verschiedene Ameisen legten ihre Burgen oder Bodennester an und dazwischen brütete das Rebhuhn, die Wachtel, Goldammer oder mal die Feldlerche. Wenn Büsche, Lesesteine oder gar Holzreste dort sind, war die Vielfalt gleich noch größer; da fand auch die Zauneidechse oder Blindschleiche ihren Lebensraum.

 

Nun haben Wissenschaftler festgestellt und belegt, dass in unserer Kulturlandschaft in den vergangenen 30 Jahren die blütenbestäubenden Insekten um 50 - 80 % abgenommen haben und teils nur noch 15 % der Arten vorkommen, die in den 80er Jahren noch unsere offene Kulturlandschaft prägten. Das sind hohe Alarmsignale nicht nur für Bienenzüchter und Naturschützer, das sind auch Warnzeichen für die Landwirtschaft selbst, ja für jeden, der auch Obst und Beeren anbaut und auf die Bestäubung der Nutzpflanzen (z.B. den so wichtigen Raps) durch Wildbienen, Hummeln oder Honigbienen angewiesen ist. Verhältnisse wie in China, wo Obstbäume teils „von Hand“ bestäubt werden müssen oder aus Amerika, wo Tausende von Bienenvölkern über Tausende Kilometer nur noch für die Bestäubung der Beeren und Obstbäume gezüchtet und zu diesen Plantagen gefahren werden müssen (Film: More than honey) sind auch für uns Warnzeichen. Das sind dort längst Tatsachen, wenngleich wir hier gottlob weit davon entfernt sind. Der Blütenaspekt der Feldränder, das Rebhuhn, die Wachtel, verschiedene Schmetterlingsarten und viele Wildbienen und Hummeln sind aber auch bei uns deutlich weniger geworden bzw. schon verschwunden.

 

Was kann der Landwirt, der auf möglichst reine Getreidebestände oder seine Feldfrüchte achten muss, tun, damit z.B. die „Taube Trespe“ (Bromus sterilis), ein gefürchtetes Ungras das vom Rand in den Acker einwandern kann, dort das Wintergetreide nicht verdrängt?

 

Wir Imker sind keine Pflanzenbauberater, fühlen uns aber sehr eng mit den Bauern verbunden und bitten diese, doch unbedingt genau zu schauen, ob es sich tatsächlich um Pflanzen am Ackerrand handelt, die sich im Bestand negativ auswirken können und sich so das vermehrte beobachtete Abschlegeln der Feldraine vermeiden lässt?

 

Wäre es ökonomisch gar ausreichend, wieder eine gute Winterfurche anzulegen oder Wintergetreide in der Fruchtfolge etwas zurückzufahren, dann reicht oft eine (spät-) sommerliche Mahd dieser Ackerränder aus; Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, sog. Herbizide wie das zweifelhafte Glyphosat ist auf diesen Streifen längst tabu!

 

Andere Unkräuter, die tatsächlich von den Rändern einwandern könnten, lassen sich evtl. durch Anpassung der Fruchtfolge unterdrücken. Mit dem frühen Abschlegeln – wo auch viele Kleintiere getötet werden - oder Mähen der Feldraine und dem Liegenlassen des Mähgutes werden diese Ränder ungewollt immer nährstoffreicher und immer artenärmer.

 

Diese Bitten der Imker an die Landwirte, doch unbedingt auch in ihrem eigenen Interesse die Ackerränder möglichst lange ins Jahr hinein wachsen und blühen zu lassen, könnten sicher auch viele Jäger unterschreiben.

 

Wir Bienenzüchter möchten mit diesen Zeilen gleichzeitig auch unsere Gemeinde, die Wasser- und Bodenverbände und auch an alle Gärtner und Gartenbesitzer ansprechen, doch mehr blühende Flächen zu entwickeln, mehr blühende Randstreifen anzulegen und länger wachsen zu lassen. Diese Randlinien können wieder zu Lebensadern in unserer Dorf- und Kulturlandschaft werden; die sog. „deutsche Sauberkeit“ könnte hier gerne etwas gelockert werden!

 

Die Hygiene an sich ist ein wichtiger Grundsatz für mehr Lebensqualität, Gesundheit und Wohlergehen, aber unsere Feldränder müssen daher nicht zwangsläufig immer nur sauber sein.

 

Wenn aus Sicherheitsgründen, bzw. dann im Sommer überhaupt gemäht werden muss, sollte das Mähgut auch weg von der Fläche, z.B. auf den Kompost, in die Biogasanlage oder als Einstreu verwertet werden.

 

Dann finden unsere Bienen, Hummeln und Schmetterlinge insbesondere in der Zeit, wenn sonst nichts mehr blüht in der Landschaft, wieder mehr Blühendes, mehr Lebendiges und wir manche Tee- oder Heilpflanze, z.B. für den Kräuterbuschen an Mariä Himmelfahrt auch auf diesen Rainen! Eine gute Feldrandhygiene und blühende Ackerränder und Wegraine sind sicher vielerorts wieder möglich und daher kein Widerspruch, sondern sowohl als auch möglich!

 

Der Imkerverein Rennertshofen im Juni 2017

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